Dienstag, 29. März 2011

Verödungsbehandlung der Varikosis: Indikationen und Kontraindikationen

Die Sklerotherapie hat folgende Ziele:
  • Behandlung der Varikosis und Vorbeugung evtl. Komplikationen
  • Linderung und ggf. Beseitigung bestehender Symptome
  • Verbesserung des gestörten venösen Blutflusses
  • ein funktionell und ästhetisch ansprechendes Ergebnis

Indikationen 

Grundsätzlich können alle Formen der Varikosis sklerosiert werden:
  • Stammvarizen (Vena saphena magna und parva) 
  • Astvarizen 
  • Retikuläre Varizen 
  • Besenreiser 
  • Perforansvenen 
  • Venen in der Umgebung eines Ulcus cruris venosum 
  • Rest- oder Rezidivvarizen z.B. nach vorangegangener Operation
Die Sklerotherapie ist für die Behandlung von kleinen Varizen (Besenreiser und retikuläre Varizen) die Methode der ersten Wahl. Bei größeren Varizen (Astvarizen, insuffiziente Perforansvenen) konkurrieren Sklerotherapie und operative Verfahren (Mini-Phlebektomie bzw. Unterbindung der Perforansvenen) miteinander. Auch wenn die Behandlung der Stammvarikosis durch eine Sklerotherapie erfolgen kann (insbesondere mittels der Schaumsklerosierung) so stellt die operative Ausschaltung immer noch die Methode der Wahl dar.

Die Kontraindikationen der Sklerosierung (ohne Gewähr!)
Keinesfalls sollte sklerosiert werden bei: 
  • bekannter Allergie auf das Sklerosierungsmittel 
  • schwerer Allgemeinerkrankung 
  • akuter Beinvenenthrombose (oberflächlich und tief) 
  • Infektionserkrankungen (generalisiert oder lokal im Bereich der Sklerosierung gelegen) 
  • längerer Immobilität/Bettlägerigkeit 
  • fortgeschrittener arterieller Durchblutungsstörungen Stadium III oder IV („Raucherbeine“) 
  • bei jodhaltigen Sklerosierungsmittel (in Deutschland nicht zugelassen): Überfunktion der Schilddrüse 
  • Schwangerschaft
  
Vorsichtig sollte man sein bei:
  • Komplikationen des Diabetes mellitus, z.B. Sensibilitätsstörungen in den Beinen 
  • Fieber 
  • schlechtem Allgemeinzustand 
  • Asthma 
  • Allergieneigung 
  • Beinödeme 
  • arterielle Durchblutungsstörungen Stadium II 
  • bekannte überschiessende Gerinnungsneigung („Hyperkoagulabilität“) 
  • Thromboseneigung bzw. abgelaufene Thrombose


Hinzu kommen noch evtl. spezifische Kontraindikationen für das verwendete Sklerosierungsmittel! 

Was viele Patienten nicht wissen: es geht bei der Behandlungswahl nicht um „entweder-oder“, also entweder Operation oder Sklerosierung. Vielmehr ergänzen sich beide Verfahren sehr gut. Gerade bei Patienten mit einer Stammveneninsuffizienz ist die sinnvolle Kombination von Operation und Sklerotherapie das beste Verfahren zur Behandlung der Varizenerkrankung.