Mittwoch, 13. April 2011

Verödungsbehandlung der Varikosis: Komplikationen (1)

Bei sachgerechter Durchführung ist die Sklerosierung von Varizen eine effiziente und nebenwirkungsarme Behandlungsoption. Dennoch kann prinzipiell eine Reihe von unerwünschten Wirkungen auftreten.  Patienten, die eine Sklerosierung wünschen, müssen sich darüber im Klaren sein, das sie sich einem Eingriff ähnlich einer Operation unterziehen: es muss ein schriftlich dokumentiertes Aufklärungsgespräch stattfinden, bei dem die folgenden Komplikationsmöglichkeiten angesprochen werden müssen.



 Phlebitis, Hautnervenschädigung

Die Phlebitis tritt meist wenige Tage nach durchgeführter Sklerotherapie auf und ist auf eine Mitreaktion des Gewebes um die Krampfader herum zurückzuführen. Ursache ist entweder eine zu hoch gewählte Konzentration des Verödungsmittels oder aber bei korrekter Konzentration die versehentliche paravasale Injektion, d.h. die Vene wurde nicht korrekt punktiert und das Verödungsmittel in das umgebende Gewebe gespritzt. Bis zum Abklingen der Beschwerden sollte eine konsequente Kompressionsbehandlung durchgeführt werden, entzündungshemmende Medikamente sind hilfreich, je nach Größe der entzündeten Vene sind Heparinspritzen, landläufig als „Thrombosespritzen“ bekannt, erforderlich. Solange die Phlebitis nicht auskuriert ist, dürfen keine weiteren Sklerosierungssitzungen durchgeführt werden. Sollte das Verödungsmittel in die Nähe von Hautnerven injiziert worden sein, können Gefühlsstörungen der Haut in der Umgebung auftreten. Sie sind harmlos und klingen in aller Regel spontan ab, was aber unter Umständen mehrere Wochen dauern kann.

Phlebitis



Pigmentierung

Eine überschießende Pigmentierung der Haut nach Sklerotherapie wird mit einer Häufigkeit von 0,3 bis 10% beschrieben. Die dunkle Hautverfärbung findet sich entlang der verödeten Vene und  kann mehrere Monate bestehen bleiben, bildet sich dann aber doch noch zurück. Ursache kann auch hier eine zu hohe Konzentration des Verödungsmittels sein oder aber auch eine zu kurze und nicht konsequent genug durchgeführte Kompressionsbehandlung. Auch zu frühe Sonnenbäder und Sonnenbankbesuche können dazu beitragen. Sollten die dunklen Verfärbungen noch nicht allzu lange bestehen kann eine Aufhellung mit einer vom Apotheker angerührten Salbe versucht werden, die über 3–4 Wochen 2x täglich aufgetragen werden sollte: Acidum ascorbinicum 2,0%, Hydrochinonum 5,0%, Salbengrundlage ad libitum (je nach benötigter Menge). Während der Behandlung keine Sonnenbäder!


Hautschäden

Durch die paravasale Injektion des evtl. zu stark konzentrierten Verödungsmittels kann es am Injektionsort zur Gewebseinschmelzungen kommen, medizinisch als Nekrosenbildung bezeichnet. Diese (Haut)Nekrosen heilen oft sehr langsam ab und können intensiv gefärbte Narben hinterlassen, die operativ entfernt werden können sofern sie sehr störend sein sollten.


Allergische Reaktionen

Auch milde allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel sind sehr selten, selbst auf jodhaltige Verödungsmittel. Dennoch sollten Anzeichen wie Hautjucken und Rötung, Mundtrockenheit und Hitzegefühl im Anschluss an eine Sklerosierung ernst genommen werden. Eine schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktion, der so genannte anaphylaktische Schock, ist außerordentlich selten. Aethoxysklerol® enthält übrigens kein Jod und keine Konservierungsmittel, die häufig für allergische Reaktionen verantwortlich sind. Sollten Sie dennoch allergisch darauf reagieren, hat sich das Thema Verödung für Sie erledigt: es können dann keine Sklerosierungen mehr an Ihnen durchgeführt werden, denn Aethoxysklerol® ist das einzige Verödungsmittel, das in Deutschland zugelassen ist.


Verödungsbehandlung: Komplikationen Teil 2