Freitag, 22. Oktober 2010

Phlebologische Diagnostik (1): körperliche Untersuchung


Hausarzt und/oder Venenspezialist werden Sie zunächst nach Ihren Beschwerden und Problemen mit den Beinvenen fragen. 

Haben Sie schon Ihren persönlichen Risiko-Check durchgeführt? Wenn nicht, dann holen Sie es jetzt nach und machen sich vielleicht ein paar Notizen während Sie die Fragen beantworten. Das vereinfacht Ihnen das Vortragen Ihres Anliegens und Ihr Arzt weiß gleich, worum es geht. Klicken Sie auf "Risiko-Check", bearbeiten  den Fragenkatalog und Sie erhalten Ihr persönliches Risikoprofil für Venen- bzw. Krampfader-Erkrankungen.






Sie werden sicher weitere Fragen beantworten müssen zu Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme (nehmen Sie eine Liste der Medikamente mit, die Sie regelmäßig einnehmen), nach Ihrem Beruf und Freizeitaktivitäten usw.

Nach dem Gespräch schließt sich die körperliche Untersuchung an, d.h. in erster Linie werden Ihre Beine begutachtet und nach Besenreisern und evtl. schon sichtbaren Krampfadern geschaut. Für die Inspektion Ihrer Beine müssen Sie sich hinstellen, manchmal auf ein kleines Podest, damit die Venen sich schön mit Blut füllen. Auch die Beurteilung der Hautverhältnisse bezüglich Temperatur und Konsistenz ist wichtig wie die Prüfung auf Wasseransammlungen im Knöchel- und Unterschenkelbereich. Gegebenenfalls wird der Umfang beider Beine an mehreren Stellen gemessen und dokumentiert. Um einen Überblick über die Durchblutungssituation in den Arterien zu bekommen wird der Puls an mehreren Stellen getastet: Leiste, Kniekehle, hinter dem Innenknöchel sowie auf dem Fußrücken. Beim Betasten der Beine können auch druckschmerzhafte Stellen einen Hinweis auf eine Venenerkrankung geben.

An die körperliche Untersuchung schließt sich die Diagnostik mit Geräten an, ohne die eine moderne Phlebologie nicht mehr denkbar ist. Es leuchtet ein, dass die Entscheidung für eine Therapierichtung nicht mehr nur auf der persönlichen Erfahrung des Untersuchers basiert, sondern die Folge objektiver diagnostischer Ergebnisse sein sollte. Der Einsatz von Geräten hat sich verständlicherweise im Laufe der Jahre geändert. Wurden die Venenkranken früher noch unangenehmen Untersuchungen unterzogen, deren Ergebnisse unter Umständen auch noch ungenau waren, hat man heutzutage mit der Ultraschalluntersuchung der Gefäße eine hervorragende Möglichkeit, sich innerhalb kurzer Zeit ein Bild über die Funktionstüchtigkeit der Beinvenen zu verschaffen, ohne den Patienten wie auch immer zu belasten.

Die Untersuchung der Venen soll klären: 
  • Liegt überhaupt einen Venen-/Krampfader-Erkrankung vor?   
  • Art der Varikosis   
  • Stamm- und/oder Astvarikosis   
  • Perforansinsuffizienz   
  • Retikuläre Varizen   
  • Isolierte Besenreiser   
  • Liegen bereits Auswirkungen oder chronische Folgeschäden des tiefen Leitvenensystems vor?

Die Beantwortung dieser Fragen hat unmittelbare therapeutische Konsequenzen.