Sonntag, 24. April 2011

Krampfaderoperation: Allgemeines

Das Grundprinzip und auch der Vorteil der operativen Krampfaderbehandlung bestehen in der sicheren Beseitigung des gestörten Blutflusses zwischen den tiefen und oberflächlichen Beinvenen. Das Übel wird also an der Wurzel gepackt. Dabei stellen operative Maßnahmen und die Sklerotherapie einander ergänzende Verfahren dar und ermöglichen somit eine optimale Behandlung der Varikosis. Durch die Kombination Operation und Verödungstherapie wird bei weitem nicht mehr so radikal operiert wie früher. Bei der Operation beschränkt man sich in der Regel darauf, die großen Stamm- und Astkrampfadern zu entfernen. Die nach einer Operation verbliebenen Restvarizen lassen sich mittels Sklerosierung beseitigen.

Ob und welche Form der Krampfaderoperation erforderlich ist, kann erst nach gründlicher Diagnostik, insbesondere nach Doppler/Duplexsonographie, entschieden werden. Faustregel: je ausgedehnter die primäre Varikosis, desto eher ist ein operatives Vorgehen erforderlich. In erster Linie betroffen sind die Venenpatienten, die eine Stammvarikosis aufweisen, d.h. eine Klappeninsuffizienz der V. saphena magna bzw. parva. Aber auch eine Perforantenvarikosis muss manchmal operativ behandelt werden wie auch das Ulcus cruris. 

Sollten die Krampfadern auf dem Boden einer tiefen Beinvenenthrombose entstanden sein, also ein sekundäre Varikosis vorliegen, so sind operative Maßnahmen kaum oder in nur geringem Umfang möglich, da sich mit Entfernung der Krampfadern der ohnehin gestörte venöse Blutfluss weiter verschlechtern würde. Hier kommt in aller Regel nur eine lebenslange Kompressionsbehandlung in Frage.

Die klassische Venenchirurgie zur Entfernung krankhafter Venenabschnitte wird in Deutschland seit über 100 Jahren praktiziert wird – mit derzeit 300.000 Eingriffen jährlich. Die Technik hat sich im Laufe der Jahre wesentlich verfeinert,  die kosmetischen Ergebnisse, besonders bei einem geübten Operateur, sind gut. Grundsätzlich werden alle Verfahren mittlerweile ambulant durchgeführt, auch die klassische Stripping-Operation bei der Stammvarikosis – außer wenn bestimmte Risikokonstellationen dagegen sprechen und deshalb eine Indikation für eine stationäre Betreuung besteht.