Sonntag, 12. Dezember 2010

Tiefe Beinvenenthrombose (3): Lungenembolie


Der Thrombus bei einer TVT kann vor Ort in den tiefen Beinvenen verharren oder aber sich von der Venenwand ablösen und mit dem Blutstrom Richtung Herz schwimmen. Von der rechten Herzkammer aus, die das venöse Blut aus dem Körper aufnimmt, kann er in die Lunge gepumpt werden, wo er die Lungengefäße verstopft und je nach Größe die Lungendurchblutung behindert oder komplett zum Erliegen bringt. Das nennt man dann Thromboembolie, Lungenembolie oder Lungeninfarkt.

Hier eine kleine Animation (engl.):



Die Größe des Thrombus entscheidet, welche Folgen eine Lungenembolie hat. Ist nur wenig Thrombusmaterial auf die Reise gegangen und sind nur wenige, kleine Lungengefäße verstopft, bedeutet das meist keine unmittelbare Lebensgefahr. Körpereigene Substanzen können das Blutgerinnsel langsam wieder auflösen und das war´s dann. Oft werden derart kleine Lungenembolien überhaupt nicht bemerkt! Wiederholen sich die kleinen Embolien immer wieder, weil beispielsweise immer wieder Venenentzündungen auftreten, die Thromboembolien verursachen, kann die Lunge durch Vernarbungen in ihren Gefäßen im Laufe der Zeit dauerhaften Schaden nehmen und das Herz hat es immer schwerer, Blut durch den Lungenkreislauf zu pumpen. Nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz ist dann chronisch geschädigt. Ein so entstandener Herzschaden hat eine denkbar ungünstige Prognose.

Werden große Mengen an Thrombusmaterial in die Lunge eingeschwemmt kann das zu einem abrupten Erliegen der Lungendurchblutung und der Pumpfähigkeit des Herzens führen. Der Tod tritt oft innerhalb von Sekunden ein. Jährlich versterben in Deutschland bis zu 30.000 Menschen an einer Lungenembolie.

Die Symptome einer Lungenembolie hängen davon ab, wie viel Thrombusmaterial welche Lungengefäße verstopft hat. Die Symptome einer Lungenembolie können somit variieren, sind manchmal schwach und uncharakteristisch, können schubweise auftreten, wenn kleine Embolien hintereinander stattfinden. Eine Lungenembolie kann aber auch sehr dramatisch ablaufen und das Bild eines akuten Herzinfarktes nachahmen.

An eine Lungenembolie sollte man denken bei:
  • Plötzlicher Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • Blaue Lippen
  • Herzrasen mit Angstzuständen
  • Schmerzen im Brustkorb, die sich beim Einatmen verschlimmern
  • Husten, evtl. wird auch etwas Blut abgehustet
  • Schweißausbruch
  • Kollapsneigung bis hin zur Bewusstlosigkeit

Eine Lungenembolie ist ein lebensbedrohlicher Notfall, schon der geringste Verdacht sollte Anlass zum Handeln geben: Notarzt rufen!