Montag, 20. September 2010

Die chronisch venöse Insuffizienz: Diagnostik

Standardfragen zum Krankheitsverlauf  gelten der Familiengeschichte, der Thrombose-Anamnese, bereits erfolgten Behandlungsmaßnahmen (Kompression, Sklerosierung, Operation) und natürlich den Beschwerden.

Ein erfahrener Untersucher kann eine CVI oft schon auf den ersten Blick diagnostizieren, sofern er ihn auf die Knöchelregion richtet. Hier macht sich die CVI zunächst bemerkbar: Knöchelödeme,  kleine Krämpfäderchen, die kreisförmig um den Fußrand laufen kann, was man als Corona phlebectatica bezeichnet, Braunverfärbung der Haut, Hautwunden (Ulcus cruris) oder aber auch Narben, sofern die Wunden abgeheilt sind und natürlich auch Krampfadern im Verlauf des Beines, was aber nicht zwingend sein muss. Es kann durchaus sein, das man die eigentliche Krampfadererkrankung erst durch weitergehende Untersuchungen entdeckt. Wichtig: eine Beurteilung erfordert ein komplett entkleidetes Bein, also ohne Schuhe oder Strümpfe!



Den Grad der Ödembildung kann man durch Fingerdruck auf die Schienbeinkante, Knöchel und Fußrücken prüfen, was immer an beiden Beinen erfolgen sollte. Wichtig für den Schweregrad ist auch der 24-Stunden-Verlauf der Ödeme: sind die Knöchel morgens nicht geschwollen, schließt das eine Beteiligung des Lymphgefäßsystems aus.

Zur Diagnostik im engeren Sinne gehört die Ultraschalluntersuchung der Beinvenen, nämlich die farbkodierte Duplex-Sonographie. Sie ist nicht schmerzhaft, belastet den Körper nicht mit irgendwelchen Strahlen und zeigt dem geübten Untersucher, in welchen Venenabschnitten die Blutströmung nicht in Ordnung ist. In bestimmten Situationen kann auch eine Phlebographie erforderlich werden. d.h. eine Kontrastmitteluntersuchung der Venen. Meist handelt es sich um Patienten mit Ulcus cruris oder Ulcusnarben.

Farbcodierte Duplex-Sonographie