Samstag, 11. September 2010

Das schwache Glied in der Kette: die Venenklappen


Die drei Venensysteme unserer Beine - Leitvenen, Stammvenen und Perforansvenen - arbeiten aufeinander abgestimmt sehr gut zusammen und werden dabei von Herztätigkeit, Muskelpumpen und Venenklappen unterstützt, damit das Blut von unten nach oben und von der Haut bzw. den Stammvenen weg in das tiefe Venensystem und dann weiter zum Herz fließen kann.


Stammvene = oberflächliche Vene, Leitvene = tiefe Vene, Perforansvene = Querverbindung zwischen Stamm- und Leitvene

Das schwächste Glied in dieser Kette sind unsere Venenklappen, die im Laufe der Zeit an Elastizität verlieren und ihre Funktionstüchtigkeit einbüßen können. Sie schließen nicht mehr richtig, so dass nun eine geringere Menge Blut durch die Tätigkeit der Muskelpumpen Richtung Herz fließt und ein Teil des Blutes sogar wieder rückwärts fließen kann. Durch den Verlust der Klappen, den Blutfluss kontrollieren zu können, entstehen an den Klappenrändern beim Blutfluss Turbulenzen, die die Klappen weiter schädigen. Das Venenblut wird nun nicht mehr zielgerichtet nach oben Richtung Herz transportiert, sondern pendelt hin und her. Schließlich überwiegt der Blutfluss in die entgegengesetzte Richtung von oben nach unten Richtung Bein sowie aus den tiefen Venen in die oberflächlichen Stammvenen, die dem Druck des rückwärtsfliessenden Blutes nicht mehr standhalten können und sich ausbeulen: eine Krampfader - Varize genannt - ist entstanden!


Eine intakte Venenklappe verhindert das Zurückfliessen des Blutes, indem sie sich schließt (A). Sind die Klappensegel defekt, fließt infolge des undichten Verschlusses Blut zurück Richtung Fuß (B). Unterhalb der defekten Klappe entstehen durch den Blutrückfluß Turbulenzen, die zu einer Ausweitung der Vene führen: Krampfader! (C)

Im Prinzip reicht bereits eine insuffiziente Venenklappe aus, um eine Krampfadererkrankung auszulösen. Besonders die Klappen der Perforansvenen –das sind die Sprossen unserer Venenleiter– sind sehr zarte Gebilde und daher anfällig, um einen Teufelskreis in Gang zu setzen. Durch die funktionsuntüchtige Klappe fließt das Blut aus der Tiefe in das oberflächliche, unter der Haut befindliche System der Stammvenen. Der Mehranfall an Blut beult die oberflächlichen Venen aus, deren Klappen nicht mehr dicht schließen können, die Blutturbulenzen schädigen die Klappen zusätzlich und so fällt eine Klappe nach der anderen Richtung Fuß diesem Teufelskreis zum Opfer. Es entstehen die von außen sichtbaren Krampfadern.

Über die defekte Klappe der Perforansvene fließt das Blut aus der tiefen Vene zurück in die oberflächliche Vene, die dadurch ausbeult und zur Krampfader wird.